Miteinander füreinander – Engagement auf dem Land braucht einen Raum!

Den Auftakt machte Prof. Bombeck mit seinem Vortrag „miteinander füreinander“ am 11.11.2015 im Feuerwehrhaus Trantow. Der Rostocker Professor ist mit der „Schule der Landentwicklung“ im ganzen Bundesland unterwegs und ist überzeugt, dass Engagement Spaß machen muss; sonst macht niemand etwas.

Er führte die Anwesenden bei seinem Vortrag zunächst in das „demografische Jammertal“, und beschrieb, was zu erwarten ist, wenn die Kinder immer weniger werden und dafür immer mehr ältere Menschen in den Dörfern leben. Für die meisten Anwesenden waren diese Ausführungen nicht wirklich neu; umso spannender wurde es bei seinen Beispielen, wie einzelne Orte erfolgreich Lösungsansätze verwirklichen. Doch ein Patentrezept hatte er natürlich auch er nicht in der Tasche. Sicher ist nach Bombeck wohl derzeit auf jeden Fall dies: „Wer anfängt etwas zu tun und sich auf die Zukunft einzustellen, der macht auch etwas richtig.“

Er geht davon aus, dass es zukünftig vermehrt eine Zentralisierung in den Klein- und Mittelstädten geben wird, auch wenn die Älteren oft nur widerwillig und aufgrund von unzureichender Versorgung, mangelnder Barrierefreiheit und Einsamkeit dorthin ziehen. Während ältere Frauen oft Runden der Gemeinschaft erhalten und gegenseitig aufeinander aufpassen, sind ältere alleinstehende Männer gefährdeter für soziale Isolation. Umso wichtiger, dass es Räumlichkeiten für öffentliche Treffs gibt. Die Erkenntnisse können durch die Befragungen im Rahmen des MORO-Projektes bestätigt werden. Mit dem Mehrgenerationenhaus in Görmin, dem Kulturkonsum in Loitz und dem geplanten Gemeindezentrum in Sassen denkt man im Amt schon mal in die richtige Richtung. Als Beispiele für kleine soziale Initiativen nannte er das Gemeindehaus Balow, das für alle offen und ohne Regeln ist; eine Dorfzeitung mit Veranstaltungskalender und die Kampagne einer Gruppe Jugendlicher „Grüßen ist cool!“. Der „Park für unerwünschte Skulpturen“ in Neuenkirchen in der Lüneburger Heide wurde zu einem touristische Zugpferd, das mittlerweile sogar die Wirtschaft stärkt. Vielleicht ja eine Vision, die auch zum zukünftigen Dorfge(h)dankenweg im Peenetal/Loitz passen könnte?