Zukunftsforschung

Vorhang auf und voilá: wagen wir den Blick in die Zukunft!

Die dritte Vorlesung an besonderen Orten fand am 30.11.2015 im Kulturkonsum Loitz statt. Dafür war der Zukunftsforscher Klaus Burmeister aus Düsseldorf ins Peenetal/Loitz gereist. Er befasst sich seit über 30 Jahren mit der Zukunft, mit technischen Entwicklungen und Planungen. In seinen Vortrag baute er Bilder und anschaulichen Filmsequenzen ein und nahm so die Anwesenden auf eine hochspannende Reise zu zukünftigen technischen Entwicklungen mit und zeigte, was es bereits heute gibt, was derzeit geplant und entwickelt wird und welche Entwicklungsrichtungen sich abzeichnen.

Maschinen 4.0 – Mensch 2.0

„4.0.“ ist dazu ein Stichwort – es steht für die vierte technische Revolution, die bewirkt, dass Maschinen mit Maschinen kommunizieren. Werden Autos zukünftig nur noch ausgedruckt? Wie soll das gehen? Oder ist das vielleicht schon in wenigen Jahren für uns so alltäglich wie heute ein Smartphone?
Das klingt alles erstmal sehr fern für das Peenetal/Loitz, das kaum Industrie zu bieten hat. Schon im Februar 2016 sollen in Berlin Kreuzberg erste Autos gedruckt werden. Intuitive, selbstlernende Roboter? Die Flugzeugindustrie setzt sie bereits ein und Toyota investiert im November 2015 eine Milliarde Euro in künstliche Intelligenz. Der Mensch 2.0 – Es wird bereits an den Visionen gefeilt, wie wir mit faszinierenden Techniken und Implantaten künftig besser und länger leben könn(t)en. Automatisierungen gibt es zukünftig zunehmend bei Dienstleistung und bei Wissen. Der Mensch wird so vielleicht immer mehr zum Mängelwesen gegenüber den immer komplexeren Möglichkeiten der Technik. Computer arbeiten fehlerfreier, können sich mehr merken. Und auf den Zukunftsmärkten geht es darum, durch Wissen neue Wertschöpfungs- und Geschäftsfelder zu erschließen.

Nur ohne Leidenschaft sind wir chancenlos

Was haben diese realen Entwicklungen mit Peenetal/Loitz zu tun? Und wie können wir das Auf unsere Region übertragen, gar nutzen? Die Diskussion dazu war sehr spannend. Es gab Skepsis und die Frage: wo bleibt der Mensch? Wo bleibt bei all der Technik das Miteinander? Und was ist mit den Menschen, die vielleicht nicht (mehr) fit genug sind, um mitzuhalten? Sollte der Staat zukünftig Maschinen und Technik besteuern? In der Diskussion wurde aber auch deutlich: In allen Entwicklungen liegen auch Chancen. Gerade die zunehmenden dezentralen kleinen Einheiten können von überall auf der Welt organisiert werden. Warum nicht auch aus dem Peenetal? Und wir könnten hier zukünftig vielleicht auch damit punkten, dass wir nicht so überlastete Verkehrsströme haben, die nur noch mit der Intelligenz der Maschinen optimal zu steuern sind. Bei uns kann man noch „richtig“ selber fahren, sogar Oldtimer. Und die Ersatzteile drucken wir uns zukünftig einfach aus. Die Besucherinnen und Besucher dieser Veranstaltung sind wahrlich inspiriert nach Hause gegangen. „Trauen wir uns, unsere Leidenschaften zu leben und zu verwirklichen!“, war am Ende das Plädoyer der Diskussion. Danke, Herr Burmeister!

Präsentation von Herrn Burmeister

Artikel aus dem Nordkurier vom 2. Dezember 2015

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